14.3.1956 - 11.10.1999

Ein Forscherleben, das viel zu früh endete
Zum 10. Todestag von Dr. Johannes Fiebag

Von Hartwig Hausdorf
 


Vor zehn Jahren, am 11. Oktober 1999, erlag der international renommierte und hochgeachtete Forscher Dr. Johannes Fiebag einem heimtückischen Krebsleiden, das ihn im Alter von gerade einmal 43 Jahren jäh und schmerzhaft aus unserer Mitte riss. Sein Leben und Werk, wie auch seine herzliche und stets hilfsbereite Art sind indes unvergessen geblieben.
Ist es wirklich schon so lange her, dass ich mit zahlreichen Freunden und Kollegen an jenem 15. Oktober 1999 in der Kirche von Bad Neustadt-Brendlorenzen dem hochgeschätzten Freund und zugleich einem der fähigsten Vertreter der Paläo-SETI- und der UFO-Forschung die letzte Ehre erwies? Erschüttert stand ich am Grabe von Johannes, mit dem ich in den Jahren zuvor manche spannende Reise, Vorträge und Treffen unter Gleichgesinnten genießen durfte. Gedanken schossen mir durch den Kopf, Erinnerungen an Abenteuer in nahen und weiten Gefilden. Da waren unsere Seminarwochen, die wir mit unserem gemeinsamen Freund Rainer Holbe auf den schönsten Gewässern der Bretagne abhielten. Im Norden Chiles trabten wir gemeinsam fast einen halben Kilometer hinter einer Flasche her, die bergauf rollte, weil an dem Platze die Gesetze der Physik kopfzustehen scheinen. Wir recherchierten neue Fakten über den berühmten Entführungsfall des Unteroffiziers Armando Valdes, bestaunten die Riesenstatuen der geheimnisumwobenen Osterinsel, und überzeugten uns in beinahe 4000 Metern Höhe im Hochland von Bolivien, dass die dortigen Steinbearbeitungen eine Technologie repräsentieren, die der unseren mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist. Ernste und tiefgreifende Fachgespräche, aber auch fröhliche Runden beim gemeinsamen Mahl sind mir unvergesslich geblieben. Ich vermisse sie wie den Menschen Johannes Fiebag!
Er, der Zeit seines Lebens von einer Faszination für die rätselhaften Fakten und Phänomene jenseits unseres "normalen" Horizonts geleitet wurde, hat den Forschungen in der Prä-Astronautik und des UFO-Phänomens unschätzbare Erkenntnisse hinterlassen. Wie etwa die von ihm erarbeitete Mimikry-Hypothese über das mutmaßliche Vorgehen außerirdischer Intelligenzen im Zuge von Kontakten, die sich über sehr lange Zeiträume hinziehen. In seinen Werken "Die Anderen", "Kontakt" und "Sternentore" gelang ihm durch blitzsaubere Recherche der Nachweis, dass das UFO-Entführungssyndrom alles andere als eine aus Amerika kommende "Modeerscheinung" ist. Sondern vielmehr harte Realität, die genauso häufig im deutschsprachigen Raum geschieht. Und, wenn ich das hier ganz aktuell einflechten darf, auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat.
Dieser Mensch, der so viel profundes Wissen besaß und gleichzeitig unendlich viel Herzensgüte verstrahlte, erfreute zahl-lose Leser mit seinen spannenden Büchern, von denen er einige auch mit seinem Bruder Peter verfasste. Beider unbestrittener Verdienst ist es auch, neue Spuren der so genannten "Manna-Maschine" gefunden zu haben - eines außerirdischen, technischen Reliktes, das möglicherweise die Zeiten überdauert hat und in irgendeinem Versteck seiner Wiederentdeckung harrt. Mit größter Spannung las ich auch hierüber, und blicke mit zwei lachenden Augen über die Tatsache hinweg, dass Johannes mir den Schlaf vieler Nächte schuldet. Nächte, in denen ich so vertieft in seine Bücher war, dass ich rund um mich alles andere vergessen konnte.
Seine Pionierarbeit auf der Suche nach der Wahrheit, die "irgendwo da draußen" auf uns wartet, kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Welche Erkenntnisse von weltbildstürzender Qualität wären uns noch zugedacht gewesen, hätte das Schicksal für ihn nicht ein so frühes Ende vorgesehen.
Auch jetzt, zehn Jahre nach seinem frühen Dahinscheiden, sollte unser Mitgefühl seiner Familie gelten. Seiner Frau, die ohne den Mann leben, seinen drei Kindern, die ohne den geliebten Vater aufwachsen mussten. Die Zeit vermag den Schmerz über den Verlust wohl etwas zu lindern, aber gänzlich die tiefen Wunden heilen wird sie nie. Dafür hat Johannes uns zuviel gegeben, als dass er je der Vergessenheit anheim fallen könnte. Und eines Tages wird es in dem Land, in das er gegangen ist, sowieso ein Wiedersehen geben. Dessen bin ich mir gewiss - denn jeder von uns trägt schon Pass und Visum dafür in seiner Tasche. Gedenken wir also in stiller Andacht dieses großartigen Menschen und kühnen Forschers, und stellen uns der Erkenntnis, dass der irdische Tod nichts anderes ist, als wenn wir in einem großen Haus aus einem Raum einfach in den nächsten gehen ...