Neue Rätsel auf der Insel Malta:
Licht nicht nur für den Pharao?

Hartwig Hausdorf

Aufmerksam geworden auf das kleine, rätselüberhäufte Eiland vor der Küste Nordafrikas bin ich durch Erich von Dänikens Bestseller "Prophet der Vergangenheit" (1). Und bereits nach meiner ersten Reise dorthin wurde mir klar, daß Malta trotz seiner bescheidenen Ausdehnung so viele geheimnisvolle Stätten auf kleinstem Raum birgt, daß eine oder zwei Wochen nicht genügen, sie alle in Augenschein zu nehmen. Nach nunmehr sieben ausgedehnten Malta-Reisen hat sich in mir die Überzeugung gefestigt, daß es noch immer Neues dort zu entdecken gibt, das sowohl den Archäologen als auch Forschern unserer Fachrichtung Paläo-SETI bislang durch die Maschen geschlüpft ist.

Über das Hypogäum von Hal Saflieni, unbestritten die größte megalithische Sensation der Insel, wurde bereits viel geschrieben; einen Abriß der Situation nach der Wiedereröffnung veröffentlichte "Sagenhafte Zeiten" 4/99 (2). Neu hinzuzufügen wäre, daß die der täglichen Besucher weiter reduziert wurde: diese beträgt nunmehr 80 Personen, verteilt in Zehnergruppen über den ganzen Tag. Eine wochen-, wenn nicht gar monatelange Voranmeldung ist unabdingbar für den Besuch der noch immer sehenswerten Anlage.

Bei meinem jüngsten Besuch im Hypogäum am 2. April 2004 gelang mir indes, was ich selbst nicht mehr für möglich gehalten hatte. Wie das nebenstehende Foto beweist, war es mir vergönnt, wieder in dem unterirdischen Monumentalbau zu fotografieren. Und zwar in den Teil hinein, der für Besucher unzugänglich ist: in jene untere Etage, in der man bei den Ausgrabungsarbeiten die Überreste von schätzungsweise 7000 menschlichen Skeletten fand (3).

Nun, das Hypogäum zählt mittlerweile, wenn auch mit "Hürden", wieder zu den zugänglichen Stätten der Insel. Anders ist dies bei einigen Tempeln wie Skorba und Ta Hagrat, die für Besucher gesperrt sind. Mit Sondergenehmigung der staatlichen Altertümerverwaltung Maltas gelang es mir bereits wiederholte Male, Zugang auch dorthin zu bekommen. Und da wären wir bereits bei einem Phänomen, über das ich, allerdings im Kontext mit Tiahuanaco und Puma Punku, gleichfalls Erstaunliches in Erfahrung bringen konnte (4).

Ein rätselhafter Aspekt der Insel Malta, der meines Wissens keinem archäologischen Werk zur Erwähnung kam, betrifft deutlich meßbare magnetische Abweichungen an den dort verbauten Monolithen. im Tempel von Skorba messen: wann immer ich mich mit dem Kompaß in der Hand von einem Monolithen der Tempel-Hauptachse zu dessen gegenüberliegenden Pendant bewegte, gab es eine deutliche Deklination - also im Klartext eine auffällige Bewegung der Kompaßnadel.

Und um das Rätsel noch etwas komplizierter zu machen, sollte ich nicht vergessen zu erwähnen, daß diese Kompaßabweichungen sich von Jahr zu Jahr veränderten! So konnte ich im Zeitraum von 1999 bis 2004 - mit demselben Kompaß und jedesmal vor etlichen Augenzeugen - die folgenden Abweichungen ablesen:

Malta-Reise 1999: 75 bis 90 Grad

Malta-Reise 2001: 15 bis 30 Grad

Malta-Reise 2003: 60 bis 75 Grad

Malta-Reise 2004: 25 bis 30 Grad

Dies sind Werte, die eigentlich unserem tradierten Wissen der Naturwissenschaften konträr gegenüberstehen, und eine Unmenge von Fragen nach sich ziehen. Sich von Zeit zu Zeit ändernde magnetische Felder, und das in jungsteinzeitlichen Stätten, die von der offiziellen Archäologie nichtssagend als "Kultstätten" bezeichnet werden. Sicher wußten die damaligen Benutzer der Anlagen weit mehr über magnetische und geophysikalische Phänomene, als ihnen unsere Historiker zubilligen wollen. Die Frage steht im Raum, von wem sie das Wissen hatten, das sie in ihren Tempeln so trefflich umzusetzen wußten.

Was die magnetischen Abweichungen an den so zahlreichen Steinbearbeitungen im Hochland von Bolivien betrifft, spekulierte ich, daß in den Anlagen von Tiahuanaco und Puma Punku mit hochfrequenter Energie, also mit elektrischem Strom gearbeitet wurde (5,6). Daß derlei Schlußfolgerungen keinesfalls unbegründet sind, darauf weisen schon Funde aus einem anderen geographischen Raum hin. Im Jahre 1936 entdeckte der deutsche Archäologe Wilhelm König in Khujut Rabu'a - unweit von Bagdad gelegen - bei Ausgrabungen einer Parther-Siedlung eine Reihe seltsamer, vasenähnlicher Gefäße. Diese waren nicht leer, sondern enthielten ein aus Kupferblech gefertigtes, zylindrisches Rohr, welches durch eine Asphalt- oder Bitumenschicht in dem Tongefäß fixiert war. Darin steckte ein Eisenstab, und das Ganze war mit einem Pechstöpsel verschlossen.

Der Archäologe hatte bald den Verdacht, daß es sich um eine Art von Batterie handeln könnte, darum füllte er eines dieser Tongefäße mit Essigsäure. Und das Unglaubliche geschah: die aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert stammende "Vase" gab eine Spannung von etwas mehr als einem Volt ab - die "Wiedererweckung" einer mehr als 2000 Jahre alten elektrischen Batterie war gelungen! (7,g)

Nicht weniger aufsehenerregend war die Rekonstruktion einer tadellos funktionierenden Glühlampe, die auf Wandreliefs in der geheimen Krypta in Dendera (Ägypten) abgebildet ist (9,10). Die AAS-Autoren Peter Krassa und Reinhard Habeck konnten damit den experimentellen Nachweis führen, daß auch im alten Reich am Nil die Verwendung elektrischer Energie zumindest für Beleuchtungszwecke möglich war.

Zurück zu unseren rätselhaften Relikten der kleinen Mittelmeerinsel Malta. Gibt es auch dort Hinweise darauf, daß in grauer Vorzeit wenigstens einer kleinen Elite jene Energieform nicht unbekannt war, die in unseren Breiten erst hauptsächlich ab dem 19. Jahrhundert praktisch nutzbar gemacht wurde?

Im April 2004 stieß ich tatsächlich auf einige Strukturen, welche theoretisch, jedoch mit sehr einfachen Mitteln, zur Stromerzeugung herangezogen worden sein könnten. In der normalerweise nicht zugänglichen Tempelanlage von Skorba - die heute an den Ort Zebbieh angrenzt - befinden sich nur wenige Meter von jenen Monolithen, zwischen denen ich die oben erwähnten Magnetabweichungen messen konnte, seltsame, gleichförmige Vertiefungen im Boden. Heute sind noch fünf davon zu erkennen (s. Abb.), möglicherweise ist die sechste aufgrund von Verfüllung und Bewuchs nicht mehr erkennbar. Die Anordnung entspricht - wie bei einer modernen Autobatterie - zwei Reihen mit jeweils drei "Elementen".

Wie wir bei den im Irak gefundenen, galvanischen Elementen gesehen haben, bedarf es nicht zwingend eines metallischen Mantels wie bei heute sich im Handel befindlichen Batterien, um elektrischen Strom zu erzeugen. Wenn bei den mehr als 2000 Jahre alten elektrischen Batterien von Khujut Rabu'a ein tönerner Außenmantel vollauf genügte, warum sollten möglicherweise noch ältere Systeme nicht mit aus dem Fels gebohrten, also stationär zu verwendenden Stromerzeugern gearbeitet haben? Der Aufbau wäre in jedem Fall derselbe: statt in ein tönernes Gefäß, würden in einem solchen Fall Elektrolyt und Elektroden in die kreisrunden Vertiefungen gefüllt, und das Ganze dann wie gehabt nach oben mit Teer oder Asphalt versiegelt. Die dadurch entstandenen "Zellen" könnten dann - ebenfalls wie bei unseren modernen Autobatterien - in Reihe geschaltet werden, was die Einzelspannungen addieren würde.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich hier die offiziellen Erklärungen für die in den Boden gebohrten, zylindrischen Löcher, die ich übrigens auch in der Tempelanlage von Tarxien fast baugleich fand. Die Tempelpriester hätten sie zum Auffangen des Blutes geopferter Tiere verwendet. Eine eher abstruse Vorstellung, denn ein einziges großes "Blutbecken" wäre mit Sicherheit ungleich praktischer gewesen, als einen "Six-Pack" in den Boden zu applizieren, dessen einzelne Vertiefungen zusammengenommen nicht einmal das Blut eines mittelgroßen Opfertieres aufzunehmen imstande waren. Für das "Innenleben" eines stromerzeugenden Elementes waren aber diese Löcher im Tempelboden geradezu ideal proportioniert, und haben, im Gegensatz zu ihrem Inhalt, die Jahrtausende relativ gut erhalten überdauert. Möglicherweise können chemische Analysen noch heute Aufschluß darüber geben, ob sich gegebenenfalls Flüssigkeiten wie Zitronen- oder Essigsäure - also sehr einfach zu verfertigende Substanzen - in den Vertiefungen befunden haben, was dann tatsächlich auf die Verwendung elektrischer Energie auch in diesen prähistorischen Stätten schliessen läßt.


Literatur

(1) Däniken, Erich von: Prophet der Vergangenheit. Düsseldorf 1974 (2) Hausdorf, Hartwig: Das Hypogäum von Malta, in: Sagenhafte Zeiten, Nr. 4/1999 (3) Trump, D.: Malta. An Archeological Guide. London 1972

(4) Hausdorf, Hartwig: Neue Rätsel im Hochland der Anden, in: Sagenhafte Zeiten, Nr. 6/2003 (5) Hausdorf, Hartwig: Wenn Götter Gott spielen. München 1997

(6) Hausdorf, Hartwig: Experiment: Erde. München 2001

(7) Däniken, Erich von: Raumfahrt im Altertum. München 1993 (8) Hausdorf, Hartwig: Geheime Geschichte. Marktoberdorf 2001 (9) Däniken, Erich von: Die Augen der Sphinx. München 1989

(10) Krassa, Peter und Habeck, Reinhard: Das Licht der Pharaonen. München 1992