Pyramiden in Griechenland

Hartwig Hausdorf

Erst im Oktober 2006 war ich auf der Halbinsel Peloponnes. Was nur wenige wissen: sogar dort, in der Landschaft des antiken, klassischen Hellas stehen mehrere Pyramiden. Sie sind - ähnlich den ägyptischer Pyramiden - aus Steinquadern erbaut und ursprünglich etwa .15 bis 20 Meter hoch.

Am besten erhalten ist die Pyramide von Ellenikon, ein paar Kilometer außerhalb von Argos, unweit der bronzezeitlichen Ruinen von Mykene gelegen. An allen vier Seiten sind Aufbau wie auch Neigungswinkel einwandfrei erhalten geblieben. Allerdings besitzt das Bauwerk nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Höhe. Denn ein großer Teil der Steine wurde über die Jahrhunderte von Plünderern aus der Umgebung zum Zweck des Hausbaues entwendet.

Ungewöhnlich ist der rechteckige Grundriss der Pyramide von Ellenikon mit 8,61 x 12,58 x 8,62 x 24,70 Metern; zudem besitzt das Bauwerk einen überdachten Zugang.

Sensationell aber die neueste Datierung: Wenn sich die Archäologen nicht geirrt haben, wurde sie um 2700 v. Chr. erbaut und somit noch 150 Jahre vor der Cheops-Pyramide von Gizeh - zumindest nach klassischer Gelehrtenmeinung.

Zur Abrundung des Themas "Pyramiden in Griechenland" möchte ich hier noch der Vollständigkeit halber auch die weiteren mittlerweile bekannten aufzählen, von denen aber leider in den meisten Fällen nur noch die Fundamente stehen:

- die Pyramiden von Dalamanara und Sikiona, beide bei. Argos

- die Pyramide von Ligourio bei Epidauros und von Kambia, bei Nea Epidouros

- unweit von Neapolis stehen Reste der Pyramide von Diglafia

- und bei Theben (Attika) die Stufenpyramide von Amfios.

Mit Sicherheit gibt es bei den noch kaum bekannten griechischen Pyramiden noch jede Menge zu forschen, und das Thema Pyramiden in Europa ist durch die Funde nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo noch lange nicht ausgereizt!